Süße Verführung vom Börkey

Schokolade macht dick und glücklich – das weiß jedes Kind. Dass die diesjährige Darstellung der Kirmesgruppe „Börkey“ ein paar Pfunde mehr auf die Hüften zaubert, ist eher unwahrscheinlich, aber eines hat sie mit dem braunen Gold gemeinsam: Sie steigert das Wohlbefinden und wärmt das Herz.

Angelehnt an den Film „Charlie und die Schokoladenfabrik“ lässt man ein schrill-buntes Süßwaren-Märchen durch Gevelsberg ziehen, das nicht nur etwas für kleine Naschkatzen ist. Hier darf die Fantasie Purzelbäume schlagen und sich anschließend in Schokoglasur wälzen.

Wagendarstellung: Willi Wonka und die Schokoladenfabrik

Mit schier unbegrenzter Kreativität schufen die Kirmesaktiven ein fantastisches Schlaraffenland, das die Zuschauer zusammen mit dem überdrehten Willy Wonka erkunden dürfen. Und es ist echt schon eine kleine Besonderheit, wenn dieser legendäre Schokoladenfabrikant rund 75.000 Zuschauer in seine geheimnisvolle Schokoladenfabrik einlädt. Begleitet von zahlreichen tanzenden, bunten Lollies und Zuckerstangen wird man zur Fabrik geleitet.

Ein imposantes Bauwerk aus dem Rauch entsteigt, Zahnräder rattern und knattern – und das jedes Architekten-Herz höher schlagen. Um dieses allerdings in seiner ganzen Pracht erstrahlen zu lassen, musste Jens Westip so manche Farbdose komplett leer sprayen.

Dem Zuschauer tut sich nun das Innere auf und man wird Zeuge, wie zunächst einmal in der Schokoladenmühle die braune, süße Flüssigkeit von einem fleißigen Oompa Loompa gekocht wird, während er durch ständiges Nachfüllen eines Kollegen aus der zweiten Etage in Bewegung gehalten wird.

„Manch ein Kind würde sich solch eine Schokodusche für zuhause wünschen“, erläuterte Dietmar Kreßmann die Tätigkeit. In der nächsten Abteilung wird die Schokolade dann in Form gebracht und gelangt schließlich über ein Förderband in die Verpackungsabteilung. Dort wird sie von weiteren Oompa Loompas verpackt und letztendlich auf der Straße verteilt.

Insgesamt 2.500 Tafeln Wonka-Schokolade wird die Kirmesgruppe „Börkey“ unters Volk bringen. Doch Achtung: Über all diesen Tätigkeiten wacht vom Firmendach aus ganz penibel Willi Wonka. Diese Ereignisse werden von einer Gruppe Oompa Loompas, in aufwendig choreographierten und ausgesprochen fröhlich-musikalischen Showeinlagen „kommentiert“.

Nach getaner Arbeit darf man ruhig auch mal ausgelassen feiern. Das kleinwüchsige Volk aus einem tropischen Land, mit denen sich Willi Wonka einst auf einer Forschungsreise anfreundete, wohnt und arbeitet nicht nur in der Fabrik, es rudert, im Takt eines Trommlers, zudem auch in einem riesigen Drachenboot durch das süße Paradies von Willi Wonka.

Neben dem Firmeninhaber sind auch jene fünf glücklichen Gewinner (inklusive einer Begleitperson) mit an Bord, die beim Sommerfest der Kirmesgruppe in ihrer gewonnenen Tafel Schokolade ein goldenes Ticket hatten. „Damit ermöglichen wir einigen Bürgerinnen und Bürgern erstmals als Gäste hautnah das Geschehen und bunte Treiben während des Kirmeszugs mitzuerleben“, sagte Alexandra Gerke.

„Vielleicht hat ja der ein oder andere später Interesse daran sich einer Gevelsberger Kirmesgruppe anzuschließen.“ Eine tolle Idee, da in dem Film „Charlie und die Schokoladenfabrik“ goldene Tickets in Schokoriegel versteckt waren, die es dem Finder erlaubten überhaupt in die heiligen Hallen von Willi Wonka zu gelangen.

Einzelgänger: Der letzte Vogelsanger Musiker

Kirmesmusik lebt vor allem vom Idealismus und ganz viel Herzblut. Das kann man Jahr für Jahr am Kirmessonntag beim Internationale Frühkonzert auf dem Schulhof hinter der VHS erleben. Früher von den Fidelen Vogelsangern ausgerichtet, so gibt heute die Spielleute-Vereinigung Gevelsberg dabei den Ton an.

In diesem Jahr wird Daniel Krupke, der Einzelgänger der Kirmesgruppe „Börkey“ allerdings etwas sentimental. Er präsentiert den letzten Vogelsanger Musiker, der die Zuschauer mit seiner Musik in den Bann ziehen will.

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