„Pinass Brumse“ entdeckte den Olymp der Kirmesgötter

Im vergangenen Jahr setzte sich die KirmesgruppePinass Brumse“ ans Steuer ihres „Brumsemobils“ und brach auf, die Welt ein wenig munterer und bunter zu machen. „Rupp di Tupp“ verbreitete man unter den verschiedenen Völkern und Kulturen das bekannte Gevelsberger Kirmesgefühl. Auf ihrer Reise erlebte man so manches Abenteuer und kam sogar an jenem Ort, von dem man immer nur munkelte und der von Historikern hin und wieder in einigen Aufzeichnungen erwähnt wurde. Die Rede ist von der Geburtsstätte des bunten Gevelsberger Kirmestreibens, die Rede ist vom Olymp der Kirmesgötter.

Wagendarstellung: Kirmesgötter auf dem Olymp

Wie die Truppe von Andreas Kalin berichtete, so residieren die Ur-Ahnen von Europas schrägster Kirmes in einem wahrlich himmlischen Tempel der alten Antike, welcher stark an die Heimat ehemaliger griechischer Götter erinnerte. Wohin man auch schaute, es war so als werfe man einen Blick in den Spiegel der Vergangenheit. Der Olymp verfügte nicht nur über eine kleine Kirmesmauer, ein faszinierendes Wasserspiel lud zum Entspannen und Verweilen ein und die noch heute berühmte Showtreppe setzte einen jeden Kirmesgott bei seinem Auftritt immer wieder ins rechte Rampenlicht, wie die Mitglieder von Gevelsbergs erster Kirmesgruppe weiter erzählten.

Laut ihrer Ausführungen tummelten sich in diesem Tempel all jene Symbolfiguren, die auch heutzutage noch einen sehr hohen Stellenwert im städtischen Kirmesgeschehen haben. „Wir trafen unter anderem auf Tante Anna, unseren Kapitän Ingenol, den Dorfschulzen sowie zahlreiche Blaukittelträger.“ Doch da gab es natürlich auch noch den Vater aller Götter, den überdimensional großartigen Hammerschmied, der in seiner Tunika samt Holzklotschen und mit seinem Werkzeug in der Hand das bunte Treiben seiner „Kinder“ mit Argusaugen beobachtete.

Nach einer kurzen Audienz gab er der Kirmesgruppe „Pinass Brumse“ noch eine sehr wichtige Nachricht mit auf ihrem Heimweg: „Vie sitt Kiärmis und ihr Erdenbürger an der Ennepe müsst diesen Brauch auch weiterhin mit Freude hegen und pflegen. Es ist nämlich etwas einzigartiges und lässt uns Kirmesgötter alljährlich aufs Neue strahlen. Merkt Euch meine Worte nun ganz genau und tragt sie hinaus zu all den Menschen, die die lange Nacht von Freitag auf Mittwoch friedvoll in Gevelsberg miteinander feiern. Auf die Gevelsberger Kirmes ein dreifaches Rupp di Tupp.“

Fußgruppe: Vie sitt Fuß-Gruppe

Vie sitt Fuß-GruppeDer Duden definiert den Begriff „Fußgruppe“ mit den Worten „zu Fuß marschierende Gruppe von Teilnehmenden an einem Umzug“. Pinass Brumse nimmt den Begriff einer Fußgruppe in diesem Jahr allerdings sehr wörtlich. Was bedeutet, es werden einige riesige Pappmaché Füße beim Kirmeszug auftreten, die offensichtlich schon zwei anstrengende Kirmestage hinter sich haben. Als besonderes Schmankerl wird auch ein Gipsfuß darunter sein. Wer mag darf diesen gerne mit Genesungswünschen versehen.

Frauengruppe: Das verrückte Piano

Musikalisch präsentiert sich indes die holde Weiblichkeit der „Brumse“. Als lebendiges Piano hauen die Damen bei ihrer Darstellung so richtig in bzw. auf die Tasten. Echte „Psycho-Tussis“ könnte man sagen, die sogar einen Weltpianisten wie Fats Domino oder Richard Clayderman alt aussehen lassen.

Kindergruppe: Die tanzenden Wanzen

Im Verlauf des Kindesliedes „Auf der Mauer, auf der Lauer“ wird pro Strophe von den Worten „Wanze“ und „tanzen“ jeweils ein Laut entfernt, bis schließlich eine Pause gemacht werden muss. Der „Brumse-Nachwuchs“ wird dieses Lied den Zuschauern entlang der Zugstrecke präsentieren und sich dabei kunstvoll austoben. Kurz gesagt: Man erweckt die Wanze auf der Mauer zum Leben.

Text & Fotos: André Sicks