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Eine Fete, bei der alle plötzlich doppelt sahen

Text: André Sicks | Fotos: Guido Finke

Ende Juni das ist fix, gibt es Kirmes und sonst nix! 32 Tage vor Beginn der längsten Nacht in der Stadt läutete der Gevelsberger Kirmesverein mit seiner Hammerschmiedfete nun auch ganz offiziell den Countdown dazu ein. Bei strahlendem Wetter und sommerlichen Temperaturen hatten Uli und Ingrid Russmann am Pfingstmontag die Tore und Türen zu ihrer Schmiede in der Brunnenstraße geöffnet, damit die Symbolfigur der Gevelsberger Kirmes traditionell seine Fete steigen lassen konnte.

In diesem Jahr war es jedoch ein wenig anders, wie der Vorsitzende vom Gevelsberger Kirmesverein, Markus Loetz bemerkte. Mit Blick in Richtung Symbolfigur stellte er bei seiner Begrüßung fest, dass „wir heute alle irgendwie doppelt sehen“. Was daran lag, dass neben ihm nicht nur „usse kommissarischer Hammerschmiett“ Bernd Matthäi stand, sondern auch dessen Geselle Joel Timmerbeil, der bei guter Arbeit und entsprechender Leistung schon bald in dessen Fußstapfen treten könnte. Eine Besonderheit, die sich aus den bekannten Ereignissen der Jahreshauptversammlung ergeben hatte.

In seiner bekannten spitzfindigen Art ließ Hammerschmied Matthäi die Gäste wissen, dass man beim Kirmesverein erst einmal „das Alte aufbraucht, bevor etwas Neues kommt“. Erfreut zeigte er sich, dass man ihm mit Joel einen Gesellen zur Seite gestellt hätte, bei dem man spürt, welch Feuer der Begeisterung in ihm lodere. Und das in Zeiten, wo es gar nicht so einfach ist „gutes Fachpersonal zu bekommen“. Bevor er seinem Gesellen jedoch das Mikrofon in die Hand drückte, wolle es der Muschelschubser, wie Bernd Matthäi während seiner Amtsperiode immer wieder genannt wurde, nicht versäumen Bürgermeister Claus Jacobi, die heimische Landtagsabgeordnete Ina Blumenthal sowie die einzelnen Abordnungen aus den Nachbarstädten Schwelm, Voerde und Haspe bei der Hammerschmiedfete 2026 willkommen zu heißen.

Hammerschmiedgeselle meistert ersten Auftritt

Und dann war es soweit: Mit einem „Leiwe Lü“ leitete Joel Timmerbeil seine Begrüßungsworte ein und berichtete zunächst einmal davon, wie es eigentlich dazu kam, dass er Geselle wurde. „Ich erhielt einen Anruf und wurde gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte.“ Für den 30-jährigen ging in diesem Moment ein Traum in Erfüllung.

Bereits mit sechs Jahren nahm er erstmals am Gevelsberger Kirmeszug teil und trat mit 14 Jahren der KirmesgruppeBörkey“ bei. Brauchtum und Tradition seinen zwei wichtige Güter innerhalb einer Gesellschaft, sagte er. „Es steckt so viel dahinter, was es gilt zu pflegen und zu erhalten.“ Auch wenn ihm, wie er zugeben musste, in diesem Augenblick „ganz schön der Stift“ gehen würde, ließ er alle Anwesenden überzeugend wissen, dass es „eine Ehre“ sei, das Kirmesbrauchtum nach außen hin zu repräsentieren.

Außerdem freue er sich schon darauf, mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen und die besondere Atmosphäre rund um die schrägste Kirmes Europas von einer ganz anderen Seite sehen und erleben zu dürfen. Worte, die großen Beifall fanden und bei Joel den inneren Stein der Anspannung fallen ließen. Kurz gesagt: Prüfung „Hammerschmiedfete“ – Haken dran, bestanden!

Traditionell stand bei dieser Fete für alle der Zapfhahn offen, es gab ausreichend Zeit zum Plaudern und das Team von FFT Eventmanagement (Fritz Drüppel, Timmo Heintze und Felix Lemmer) hatte den Grill angeschmissen, um die Gäste kulinarisch mit Brat- bzw. Currywurst sowie herzhaften Steaks zu verwöhnen. Selbstverständlich hielt man auch diesmal wieder am Brauch fest, einige Kirmesaktive, die sich seit mittlerweile 20 Jahre aktiv im Kirmesgrschehen engagieren, zu ehren.

Und das waren nicht gerade wenige. Über eine goldene Ehrennadel und der dazugehörenden Urkunde freuten sich: Patrick Brenken, Mandy De Heel, Fabian Fischer und Stefan Kaiser von der KG „Börkey“, Dennis Wenzel von der KG „Hippendorf“, Dirk Tubbenthal und Thomas Borgmeier von der KG „Mühlenhämmer“. Desweiteren wurden Yvonne Häger und Christian Englert von den „Fidelen Vogelsanger 2.0“ und aus den Reihen der Zugleitung Stefan Geppert ausgezeichnet.

Die heiße Phase zur schrägsten Kirmes; sie hatte damit begonnen. „Und es wird wieder großartig“ so der abschließende Kommentar von Markus Loetz, dem Hammerschmied-Geselle Joel Timmerbeil nur zustimmen konnte und alle dazu einlud, vom 26. bis 30. Juni 2026 dem bunten Treiben beizuwohnen.

Getreu dem Motto: Wat sall ek dann am Ballermann®, wann ek op dä Kiärmis kann?

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