Die Zugleitung

Verantwortung der Zugleitung
Die größte Show des Jahres geht in Gevelsberg jedes Jahr am letzten Sonntag im Juni ab. Die Erwartungen der vielen tausend Besucher an den Kirmeszug ist hoch, die Show muss perfekt sein. Dass dies bei einem so gewaltigen Unternehmen gelingt, dazu tragen die sechs Zugleiter des Kirmesvereins bei. Wolfgang Käufer, Dietmar Hecker, Dirk Henning, Dirk Bleicher, Björn Schondlowski und Peter Mertens sind die Männer, die darauf achten, dass die Kirmeswagen und Show-Acts nicht zu dicht aufeinander folgen, aber auch nicht zu weit auseinander geraten. Denn die Zuschauer sollen immer etwas zu gucken und zu jubeln haben, und andererseits auch die Kirmes- und Gästegruppen genügend Raum, um sich darzustellen.

Getreu dem Motto: Kirmesspaß ist für alle!

Der Kirmeszug ist für die sechs Herren eine große Fitness-Herausforderung, laufen sie doch so viel hin und her, dass sie die Strecke gut dreimal bewältigen. Einige sprechen von zehnmal, das sind die jüngeren. Jeder Zugleiter ist für den guten Fluss eines bestimmten Teils des Kirmeszuges verantwortlich, etwa von Wagen 1 bis 4 etc. Die Aufteilung geschieht neuerdings im rotierenden System, damit nicht einer immer nur an der Spitze oder nur am Schluss läuft. In Kontakt bleiben die Zugleiter durch ihre Handys. Einige Tage vorher haben sie mit Kreide die Standorte der Kirmeswagen am Startort auf die Straße gemalt. Ist der Zug durch, achten die Zugleiter darauf, dass die Wagen an der Weststraße zur Rückführung aufgestellt werden. Dann aber geht es in Christines Stübchen zu einem ersten Bier seit Beginn des Zuges.

Die Zugleiter sind während des Zuges Hauptansprechpartner für die Kirmesgruppen. Sie beruhigen, spornen an, kümmern sich um Widernisse, sind die starken Felsen in der überschäumenden Brandung des Groß-Events. Besonders am Startplatz der Gruppen ist ihre letztgenannte Funktion gefragt, denn das Lampenfieber der Kirmesaktiven steigt von Minute zu Minute, bis sie endlich an der Reihe sind und losfahren können. Dann ist alles gut.

Jede Kirmesgruppe hat noch eigene Wagenbegleiter. Diese achten vor allem auf Sicherheit und darauf, dass sich kein Besucher gefährdet, indem er den Wagen zu nahe kommt. „Wir Zugleiter werden aus Kirmesgruppen mit starken Mitgliederzahlen gewählt. Die kleinen Gruppen sollen personell nicht noch geschwächt werden,“ erklärt Wolfgang Käufer. Wird ein neuer Zugleiter gebraucht, schlagen die Zugleiter dem Vorstand des Kirmesvereins einen Kandidaten ihrer Wahl vor. Es muss ja alles passen. Um die perfekte Organisation dieses Groß-Events darf manche Großstadt die Gevelsberger beneiden.

Wolfgang Käufer (Sprecher)

Jahrgang 1955, verh., 2 Kinder.

Mitglied der KG Pinass Brumse. Zugleiter seit 1996. Wolfgang Käufer ist Sprecher der Zugleitung. Als Peter Daum ihn 1996 fragte, ob er zur Verstärkung mit in die Zugleitung kommen wolle, gab es bis dahin nur drei Zugleiter, Wolfgang Käufer wurde der vierte. Als Sprecher der Zugleitung ist Wolfgang Käufer bei den sicherheitsrelevanten Besprechungen von Kirmesvorstand und z. B. Feuerwehr dabei. Er gibt die Telefonlisten mit den Handy-Nummern der sechs Zugleiter an Polizei, Feuerwehr, Stadt etc. weiter und erledigt manche andere Zusatzaufgabe. Während des Zuges ist er in der Nähe der Feuerwehr an der Harfe anzutreffen.

Mit sechs Jahren und damit im Jahre 2011 vor genau 50 Jahren, wurde ihm seine erste tragende Rolle im Kirmeszug anvertraut: „Ich glaube, ich habe ein Schild getragen.“ Klar, dass später auch sein eigener Nachwuchs die Kindergruppe bereicherte. Viele Jahre gehörte er zur Kirmesgruppe Im Dörnen und achtete als Wagenbegleiter der Gruppe auf Sicherheit, und er war auch einer der schmucken Aechterbieckschen Husaren. Seit einigen Jahren gehört Wolfgang Käufer zur Pinass Brumse. Feuerwehrmann ist Wolfgang Käufer seit über 32 Jahren. Er sorgt noch heute bei Großeinsätzen ehrenamtlich für die Verpflegung der Feuerwehrleute. Das kann auch schon mal ein Essen für 240 Leute sein. Eine Gulaschsuppe für 180 Leute ist für ihn kein Problem, und auch nicht, wenn er mitten in der Nacht an die Arbeit gerufen wird. Das gehört für einen Feuerwehrmann dazu. 2007 wurde Wolfgang Käufer in den Rang eines „Ritters von Hopfen und Malz“ erhoben.

Kirmes, persönlich
„Für mich ist Kirmes das Größte. Ich bin damit groß geworden.

Dietmar Hecker

Jahrgang 1963, verheiratet, seit 26 Jahren Mitglied der KG Börkey.

Seit 2007 gehört Dietmar Hecker zum Team der Zugleitung. Davor achtete er zehn Jahre lang als Wagenbegleiter seiner Kirmesgruppe auf Sicherheit im Kirmeszug. Deshalb war es für ihn keine Überlegung sofort zuzustimmen, als ihm die Zugehörigkeit zur Zugleitung angetragen wurde: „Die Arbeit kannte ich ja schon.“ Das Kirmesleben bestimmt bei ihm auch das Familienleben, denn Ehefrau Marlies gehört zur Frauengruppe der KG Börkey. Ins Kirmesgeschehen brachte ihn und seine Frau einst ein guter Freund, Jack Timmerbeil.

Kirmes, persönlich
„Wenn Kirmes ist, ist Gevelsberger Friede. Die Kirmes ist für mich das Highlight des Jahres. Ich freue mich darauf, Freunde wiederzusehen und der Zug macht immer wieder Spaß.“

Peter Mertens

Jahrgang 1955, verheiratet, zwei Kinder, seit 1997 Mitglied der KG Börkey.

Peter Mertens ist der dienstjüngste Zugleiter, er ist seit 2010 dabei. In die Kirmesgruppe kam er durch seine Kinder, denn sie waren in der Kindergruppe. Sie quengelten dann solange, bis er ebenfalls aktiv wurde. Seine Kinder sind übrigens auch heute noch dabei.

Kirmes, persönlich
„Auf die Kirmes freue ich mich das ganze Jahr. Schon die Bauphase in den Gruppen ist schön, mit den vielen dummen, lustigen Sprüchen. In unserer kleinen Gruppe der Zugleiter ist ein gutes Miteinander. Wir treffen uns auch zwischendurch, zum Spießbraten oder zu anderen geselligen Abenden.“

Dirk Henning

Jahrgang 1966, verheiratet, 2 Kinder, seit 2015 in der Zugleitung.

„Ich bin schon mit dem Schild ‚e. V.‘ auf die Welt gekommen. Ich bin ein Vereinsmensch und mag Geselligkeit,“ weiß Dirk Henning um seine Vorbestimmung. Schon sein Vater war kirmesaktiv bei den Aechterbieckschen. Dirk Henning ist Jugendtrainer des FSV, und das sehr erfolgreich, und er ist Mitglied der ‚Taubenväter‘.

Die Mitgliedschaft zur KG Pinass Brumse ließ ihn der damalige Vorsitzende Axel Schramm 1997 in geselliger Runde sehr spät abends, eigentlich schon am Morgen, im „Papillon“ unterschreiben. In Kneipen lässt sich eben manches erreichen, nicht nur in der Politik.

Von 2001 bis 2005 war Dirk Henning Vorsitzender der KG Pinass Brumse, dann zog er sich einige Zeit aus dem Kirmesvereinsleben zurück. Seit 2008 ist er Mitglied der „Mühlenhämmer“. Seine Familie teilt die Liebe zur Kirmes, alle sind aktiv. Dirk Henning hilft fast seit Bestehen des Kirmestores bei dessen Aufbau. Seinen ersten Einsatz in der Zugleitung im Jahre 2007 wollte der frische Zugleiter gleich schon am Nirgena beenden, doch konnte er dann glücklicherweise doch noch zum Weiterlaufen bewegt werden. „Die Strecke bis dahin bin ich bestimmt zwanzig Mal gelaufen. Keiner machte, was ich wollte. Heute bin ich gelassener“, schmunzelt er bei der Erinnerung. Jeder neue Zugleiter wird ins kalte Wasser geworfen, einen „Doktor-Vater“ gibt es da nicht.

Kirmes, persönlich
„Es ist die schönste Zeit im Jahr, die Kirmes ist das Highlight. Schon die Zeit auf dem Bauplatz macht Spaß. Ich habe viele Freunde gefunden, das Miteinander ist gut, das gehört einfach zur Kirmes dazu.“

Dirk Bleicher

Vor 23 Jahren haben mich meine damaligen Kegelbrüder Dietmar Hecker und Manfred Kohlmeier mit zur KG Börkey genommen. Habe dort den Kirmeszug mitgemacht und wurde ein Jahr später in den Verein aufgenommen.

Vor drei Jahren rief mich Dietmar Hecker an und fragte mich ob ich Interesse hätte bei der Zugleitung mitzumachen – einen Tag überlegt und zugesagt. Es macht Spaß in der Zugleitung und deswegen habe ich meine Entscheidung nicht bereut.

Dirk Bleicher ist verheiratet mit einer toleranten Ehefrau, die mit Kirmes nichts am Hut hat. Er hat eine Tochter die sich immer auf die schrägste Kirmes in Europa freut.

Kirmes, persönlich:
„Für mich ist unsere Kirmes das Highlight des ganzen Jahres, an fünf Tagen Spaß haben und viele Bekannte treffen, die man aus den Augen verloren hat. Mit netten Menschen das ein oder andere Bierchen trinken rundet das Ganze noch ab.“

Björn Schondlowski

Jahrgang 1972, verheiratet, zwei Kinder, seit 2011 in der Zugleitung.

Nach einigen Jahren Mitgliedschaft in der KG Vie vam Kopp und als Helfer beim Kirmeszug bei KG im Dörnen, holte Wolfgang Käufer den Jungspund 2011 in die Zugleitung. Geboren am 6. Juni 1972 in Gevelsberg einem Kirmesdienstag. Aber es dauerte einige Zeit bis er sich richtig mit dem Kirmesvirus infizierte.

Kirmes, persönlich
„Als echter Gevelsberger freue ich mich jedes Jahr auf den Kirmestrubel im Dorf.
Dort trifft man viele Bekannte und Freunde. Aber das Highlight ist immer noch der Kirmeszug am Sonntag und dieser sorgt für viel Spaß.“