Kirmes 2020: Und es gibt sie doch!

Die Gevelsberger Kirmes in Corona-Zeiten: Sie findet trotzdem statt.

Allerdings anders, ganz anders. Natürlich findet sie in den Herzen der Menschen statt. Aber auch in den Gärten, auf den Balkonen, in den Wohnzimmern und ein wenig auf den Straßen der Stadt. Die Botschaft, die der Kirmesvereins-Vorsitzende Markus Loetz und Bürgermeister Claus Jacobi haben: „Wir wollen auch im Krisenjahr 2020 das Kirmesgefühl am Leben erhalten.“

Alle Bürger könnten mit genügend Abstand ihre Freunde einladen und im kleinen Kreis die Freude haben, die typisch für die Gevelsberger Kirmes ist. Der Startschuss zum schrägsten Volksfest Europas sollte eigentlich am Freitag, dem 26. Juni, mit dem Anblasen gegeben werden. „Je näher der Termin rückt, je mehr tut es weh, dass wir die Kirmes absagen mussten“, sagt Markus Loetz.

Und doch werden er und alle anderen Gevelsberger am Wochenende durch eine festlich geschmückte Stadt fahren. „Die Städtischen Betriebe werden zur Kirmeszeit, wie in jedem Jahr, die bunten Wimpel in der Innenstadt wieder aufziehen“, verspricht Bürgermeister Claus Jacobi.

Und auch das Anblasen fällt nicht ins Wasser. Dazu wird der Platz vor der Kirmesmauer für Zuschauer allerdings abgesperrt. Dafür wird es eine Live-Übertragung im Internet geben.

Die Standartenträger der Kirmesgruppen werden um 19 Uhr am Kirmesbüro in der VHS-Zentrale aufbrechen und zum Lindengraben ziehen. „Allerdings nicht durch das Kirmestor sondern auf direktem Weg durch die Elberfelder Straße“, so Markus Loetz, den alle nur liebevoll „Loetzi“ nennen.

Gegen 19.40 Uhr wird das Anblasen beendet sein. Dann werden die traditionellen Böllerschüsse zur Eröffnung der Kirmes ertönen. Beim Anblasen gibt es noch eine ganz besondere Überraschung. Es gibt ein neues Kirmeslied, speziell für das Corona-Jahr von Kirmesvorstands-Mitglied Marc Baron getextet: „Leev Kirmeszeit!“. Es wird wohl ein künstlerisches Highlight des Jahres werden.

Eingesungen hat die Strophen der Vorstand des Gevelsberger Kirmesvereins. Markus Loetz beschreibt das Ergebnis vorsichtig: „Wir sind alle keine Musiker.“ Das Solo singt kein Geringerer als Bürgermeister Claus Jacobi, der auf seine passende Ausbildung dafür verweist: „Schon in der Schule hat man mir bestätigt, dass ich das schlechteste Melodienverständnis in der ganzen Stadt habe.“

Und auch deshalb hoffen die Sänger, dass möglichst viele Gevelsbergerinnen und Gevelsberger mit dem Smartphone in der Hand in ihren Gärten, Vorgärten, auf ihren Balkonen stehen, die Live-Übertragung eingeschaltet haben und mitsingen. „Wenn dann so ein leises Summen über der Stadt liegt, das wäre schön“, wünscht sich der Bürgermeister ein ganz besonderes Kirmes-Gefühl.

Wenn sonst der Kirmeszug traditionell startet – am Sonntag, dem 28. Juni, um 14 Uhr – werden im Gevelsberger Stadtgebiet, wie immer, die Sirenen ertönen. Danach werden kurze Ansprachen des Kirmesvereins-Vorsitzenden und des Bürgermeisters über Lautsprecher in der City übertragen. 

Und am Ende steht „eine Art Feuerwerk“, wie es Bürgermeister Claus Jacobi ausdrückt. Möglich machen es am Dienstag, dem 30. Juni, Thomas Meckel und seine Firma Art-Veranstaltungstechnik sowie die Firma Light-Line von Stefan Juchert. „Es gibt eine Laser-Show, die im Bereich des Kirmesgeländes ab 23 Uhr zu sehen sein wird“, erklärt Markus Loetz. Das ist dann der Start für den Countdown zur Kirmes 2021, bei der die Gevelsberger hoffentlich wieder auf ihrem Fest der Feste ganz nah zusammenrücken dürfen.

Das Programm der „Kirmes der Herzen“ wurde nach der Anpassung der Regeln in der Corona-Zeit aus dem Boden gestampft. „Wir arbeiten schon in normalen Jahren hervorragend mit der Stadtverwaltung und dem Bürgermeister zusammen. Dieses Mal war es aber noch intensiver“, lobt Kirmesvereins-Vorsitzender Markus Loetz.

Zum Beispiel bei der Spendenaktion für die Schausteller, die Jahr für Jahr nach Gevelsberg kommen, war das der Fall. Die Stadt reduziert mit dem gespendeten Geld die Standgebühren für die Betriebe im kommenden Jahr. „So können wir alle 168 Schausteller, die regelmäßig dabei sind, direkt erreichen.“, freut sich Markus Loetz über die Regelung.

Niemand muss sich Sorgen machen, dass eine der Gevelsberger Kirmesgruppen die Corona-Krise finanziell nicht überstehen könnte. Schließlich fallen die Einnahmen der Getränke-Stände auf der Kirmes und die Umsätze bei den Sommerfesten weg, mit denen sonst die Präsentationen im Kirmeszug und die laufenden Kosten finanziert werden.

„Wer in Not gerät, der kann sich an uns wenden. Dafür ist der Kirmesverein schließlich da“, sagt Markus Loetz und ergänzt: „Wir haben in den letzten Jahren so gut gewirtschaftet, dass wir jederzeit helfen können.“

Wie heißt es dazu so schön passend im neuen Kirmeslied? „Kirmeszeit – Wir freuen uns aufs nächste Jahr! Kirmeszeit – dann sind wir wieder alle da! Rupp di tupp – die Fähnchen flattern kunterbunt. Vom Kirmestor bis zum Dorf – da geht’s rund!“

Quelle: Stadt Gevelsberg

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