Schräge Gestalten, morbider Humor und ein Hauch Nostalgie: Die Addams Family ist zurück und sorgt im Gevelsberger Stadtteil Berge für einen gewissen Gothic-Kult. Natürlich in ihrer schaurig-makaberen Art, die aber stets mit einem bizarren sowie liebevollen Familienzusammenhalt gemischt ist.
Sie leben in einer verstaubten, von Spinnweben durchzogenen Villa. Sie essen Dinge, die für andere ungenießbar wären. Sie haben einen monströsen Riesen als Butler und treiben sich am liebsten auf Friedhöfen rum. Was anderen Angst macht, bereitet der Addams Family große Freude.
Und auch sonst sind bei den Addams die üblichen Regeln eines Familienbetriebs auf den Kopf gestellt. Nach einem „bissigen“ Zwischenfall an ihrer Highschool muss Addams-Töchterchen Wednesday diese nun wechseln. Gegen ihren Willen wird sie von ihren Eltern Morticia und Gomez auf die Nevermore Academy geschickt, ein Internat für verschiedene ausgestoßene Kreaturen, für monströse Außenseiter wie Werwölfe, Sirenen oder Vampire.
Der Einzug in die Nevermore Academy
Allein schon beim Durchschreiten des Eingangstores spürt man eine düstere Atmosphäre, die zusätzlich noch durch den markanten Baum im Innenhof unterstrichen wird. Nachdem die 12-köpfige Kindergruppe erfahren hat, dass die intelligente, sarkastische, scharfsinnige, introvertierte und sadistische Wednesday schon sehr bald eine von ihnen wird, haben sie zur Begrüßung schon einmal den skurrilen wie einzigartigen „Nevermore Dance“ einstudiert, bei dem jeder mit Sicherheit sofort das Tanzbein schwingen wird.
Bis der Teenager jedoch in die Academy einzieht, dauert es noch etwas. Zeit, die „Wednesday und die Addams Family“ bei einer Wagendarstellung für jede Menge schauriger Taten in ihrer zweigeschossigen düsteren Familien-Villa nutzen. Trotz ihrer skurrilen Vorlieben ist die Familie eng miteinander verbunden und begegnet sich mit großer Liebe und Zusammenhalt.
Familienbande und ein romantisches Date
Angeführt von Gomez, dem charmanten Geschäftsmann, der fast ausschließlich elegante Anzüge trägt, und der eleganten, ruhigen sowie beherrschenden Schönheit Morticia, die Rosen über alles liebt, bildet man eine starke Gemeinschaft, in der jeder seinen Platz hat. Ist ihr jüngster Spross Pubert, ein Baby mit Bart, in seinem extravaganten Kinderwagen erst einmal eingeschlafen, gönnt sich das Ehepaar bei einem Glas Rotwein ein romantisches Date.
Dabei entsteht zwischen ihnen eine leidenschaftliche Atmosphäre, sehr zum Missfallen ihrer Tochter Wednesday. Sie kann solch überschwänglichen Liebesbekundungen beileibe nicht ausstehen und entlockt ihrem schwarzen Cello viel lieber schaurig-schöne Melodien. Ihr sensibler Bruder Pugsley liebt alles Gefährliche, Ekelerregende oder Explosive. Sein liebstes Spielzeug ist ein, sich im Untergeschoss befindender, bewegliche elektrischer Stuhl.
Ein Hobby, dass er mit Onkel Fester, dem korpulenten und glatzköpfigen Bruder von Gomez, teilt. Er kann in seinem Mund nicht nur Glühbirnen zum Leuchten bringen, dank seiner bemerkenswerten Widerstandsfähigkeit übersteht er Explosionen und Stromschläge nahezu unbeschadet. Onkel Fester hat zudem das eiskalte Händchen wieder zum Leben erweckt. Eine überdimensionale, abgetrennte und vernarbte Hand, die sich geschickt auf ihren Fingerspitzen fortbewegt. Es erfüllt oft normale, alltägliche Aufgaben wie das Einholen der Post oder der Zeitung, allerdings ist es weniger ein Haustier, sondern eher ein Kindheitsfreund von Gomez.
Zu guter Letzt wäre da auch noch Großmutter Eudora Addams, die Mutter von Gomez und Fester. Auf ihrem Ofen braut sie die verschiedensten Tränken und wirkt dabei oftmals etwas verwirrt. Gleichzeitig verfügt sie über ein umfangreiches Wissen über Zauberei, Geister und dunkle Geheimnisse. Besonders beliebt ist sie bei ihren Enkeln, da sie ihnen Kekse in Form von Fledermäusen, Totenköpfen und Knochen backt.
Nicht zu vergessen Butler Lurch, ein sanftmütiger Riese mit dem Aussehen von Frankensteins Monster. Trotz seiner wortkargen Art ist er der Familie treu ergeben und lässt oftmals die düsteren Klänge seiner Orgelmusik durch die weiten Hallen des Anwesens schwingen. Lurch ist aber weit mehr als nur der Butler des Hauses – er scheint ein Teil der Familie zu sein.
Er chauffiert seinen Arbeitgeber (Fußgruppe) immer mal wieder auch in der knapp vier Meter langen und schwarzen „Lurch Limousine“, die stark an einen Leichenwagen erinnert. Mit diesem düsteren Gefährt bringt er letztlich nun auch Wednesday zur Nevermore Academy. Und damit diese Fahrt auch standesgemäß ist, poliert die große, düstere und schlurfende Gestalt zwischendurch immer mal wieder den alten Wagen sorgfältig, damit dieser in tiefschwarzem Glanz erstrahlt.



