Nach einer recht turbulenten Jahreshauptversammlung, war man am Freitagabend gespannt darauf, wie es innerhalb des Gevelsberger Kirmesverein jetzt weitergeht. Konnte sich das ausgelöste Beben beruhigen? Um es schon einmal vorweg zu nehmen; die Antwort auf diese Frage lautete: Ja. Denn nach gut 80 Minuten bedankte sich der 1. Vorsitzende Markus Loetz bei allen Anwesenden für eine „harmonische Versammlung“ und zeigte sich zuversichtlich, dass man gemeinsam als Kirmesfamilie „nun wieder im ruhigeren Fahrwasser“ unterwegs sei.
Aber der Reihe nach. Um 19:00 Uhr erklang im Gesellschaftsraum der Feuerwehr Gevelsberg das Glöckchen, mit dem Loetzi die Versammlung eröffnete und verlauten ließ, dass der Countdown zur Gevelsberger Kirmes „bei 120 Tagen“ angelangt sei.
Bevor er zur eigentlichen Tagesordnung überging, informierte er die Teilnehmenden zunächst einmal über ein Treffen des Vorstands mit Vertretern aller Kirmesgruppen, bei dem die Vorkommnisse der Jahreshauptversammlung noch einmal aufgearbeitet wurden. Hierbei hätte sich der Vorstand für die Art und Weise des Vorgehens entschuldigt und eingestanden, dass man vorab hätte informieren müssen. Die von Ralf „RaSi“ Sichelschmidt moderierte Versammlung, bei der eine klare und sachliche Aussprache herrschte, endete ohne gegenseitige Schuldzuweisungen und führte am Ende zu dem Konsens: „Wir sind eine große Kirmesfamilie.“
Bei diesem Treffen wurde allerdings auch festgestellt, dass die Wahl zum 1. Vorsitzenden wiederholt werden muss, da das Abstimmungsverfahren nicht korrekt durchgeführt wurde. „Aus diesem Grund ist dies heute keine Monatsversammlung, sondern eine außerordentlichen Hauptversammlung.“ Ein Formfehler, der getreu der Satzung nun ausbegügelt wurde und bei dem ausschließlich die Kirmesgruppen und Musikzüge mit jeweils zwei Stimmen – in Form farbiger Stimmkarten – wahlberechtigt waren.
Grün stand für Ja, gelb für Enthaltung und rot für Nein. Für einen kurzen Augenblick lag Spannung in der Luft. Letztlich konnte Präsidiumssprecher Dietmar Kreßmann jedoch freudig verkünden, dass Markus Loetz mit 27 Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen für weitere zwei Jahre als 1. Vorsitzender die Geschicke beim Gevelsberger Kirmesverein leiten werde.
Das neue Vorstandsteam war somit also ganz offiziell komplett. Was jetzt jedoch noch fehlte waren die beiden Symbolfiguren. Hierzu sagte Markus Loetz, dass sich Beistzer Manfred Bärenfänger bereit erklärt hätte, das Amt des Dorfschulzen zu übernehmen. Auch gäbe es jemanden der sich um das Amt des Hammerschmieds beworben hat. Da dies jedoch sehr kurzfristig geschah, konnte und durfte man den Namen noch nicht preisgeben. „Es kann ja sein, dass in den nächsten 14 Tage noch weitere Bewerbungen kommen“, erlkärte der 1. Vorsitzende und fügte hinzu, dass man bei der nächsten Versammlung ausfühlich darüber informieren werde.
Nach der Verlesung der bereits eingereichten Darstellungen für den Gevelsberger Kirmeszug und einer Abfrage der Zugleitungen aus den Kirmesgruppen stand nun das Kirmes Opening auf der Tagesordnung. Hierbei ging es zum einen um die Helfer und Helferinnen bezüglich Aufbau, Abbau und Ordner, zum anderen aber auch um das bis zum jetzigen Zeitpunkt schon feststehnde Programm.
„Neben der Band `Leckerer Nudelsalat` werden auch diesmal wieder die `KG All Stars` sowie das Tanzatelier Sarah Tiranno auftreten. Zusätzlich bestünde die Möglichkeit, ein Männer-Ballett aus Schwelm zu buchen.“ In diesem Jahr werde sich alles auf der Bühne abspiele, erklärte Geschäftsführer Dirk Henning und ermunterte die Kirmesgruppen noch einmal dazu, vielleicht den einen oder anderen Beitrag für das Programm beizusteuern.
Am 14. März, so ließ er die Versammlung wissen, soll es diesbezüglich in der Gaststätte „Waldschlößchen“ einen Workshop geben, bei dem man über die Vor- und Nachteile der Premiere, möglichen Verbesserungen und ähnliches sprechen wolle. Im Anschluss daran wurde es noch einmal spannend. Auf der Tagesordnung stand nun nämlich die Ausgestaltung der diesjährigen Kirmesplakette. Insgesamt acht Vorschläge hatten einige kreative Köpfe für das Motto „Wat sall ek dann am Ballermann®, wann ek op dä Kiärmis kann“ gestaltet.

Jede Kirmesgruppe und jedes Gremium erhielt zur Stimmabgabe zwei Klebepunkte, mit denen man seinen Favoriten kennzeichnen konnte. Mit dem Ergebnis, dass der Vorschlag von Christina Maurer mit 22 Punkten, Platz 2 lag bei 18 Punkten, das Rennen machte. Bei der Auswahl zur Farbgestaltung, sprich Grundfarbe der Plakette sowie Schriftfarbe, gab es neun Vorschläge – darunter, wie sollte es auch anders sein, die Farbkombinationen einiger Fußballclubs. Per Handzeichen wurde nun darüber abgestimmt und die Versammlung entschied sich mehrheitlich für die Kombination Grundfarbe weiß, Schriftfarbe schwarz.
Bezüglich des Mottos erläuterte Markus Loetz noch kurz, dass man viele Hinweise zum Markenschutz des Wortes „Ballermann“ bekommen hätte. Der Begriff sei als Marke geschützt und dürfe ohne Lizenz nicht mal eben so verwendet werden. „Die gute Nachricht: Wir dürfen ihn verwenden!“ Der Kirmesverein konnte nämlich im Vorfeld beim Markeninhaber für ein Jahr das Nutzungsrecht kostengünstig erwerben. „Somit steht für Werbezwecke und der Vermarktung von Merchandise-Artikeln nichts mehr im Wege.“
Last but not least ging es zudem noch um die Unterhaltung des Bierstand auf der Frühkirmes am Ennepebogen, die Ansprechpartner für die fleißigen Helfer aus der Abiturstufe sowie das Verhalten eines heimischen Getränkehändlers gegenüber einigen Kirmesgruppen. „Hier werden wir uns der Sache annehmen“, sagte Markus Loetz und schloss um 20:20 Uhr die Versammlung mit einem „Rupp di Tupp“.
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