Mindestens 1.200 Menschen sollten 5. Dezember 2025 für die WDR Lokalzeit in Weihnachtskostümen zum Ennepebogen kommen, um dort den Versuch zu wagen, einen offiziellen Weltrekord für die „Größte Weihnachtspolonaise der Welt“ aufzustellen. Eine Aktion in Kooperation mit dem Gevelsberger Kirmesverein, die begeisterte und an deren Ende der oberste Rekordrichter feierlich verkünden durfte, dass sage und schreibe 1978 Menschen in Weihnachtsstimmung mitgemacht hatten.
Weltrekord in Gevelsberg!!! Jubel ohne Ende, Menschen lagen sich in den Armen – ein Erfolg, der bis tief in die Nacht gefeiert wurde. Auch wenn das Ganze zwischenzeitlich schon längst vorbei ist, bei Uschi, der Einzelgängerin der Kirmesgruppe Dä vam Lusebrink, steht der Modus noch auf Weltrekord. Als „Kleinste Polonaise“ umrundet sie langsamen Schrittes nämlich immer noch den Ennepebogen. Von Müdigkeit ist dabei nichts zu merken. Ganz im Gegenteil – Uschi zieht all die Menschen die ihr begegnen mit ihrer heiteren Stimmung in den Bann. Gute Laune und jede Menge Stimmung sind dabei inklusive.
Das wird auch die Kindergruppe unterwegs erleben können, wenn sie am Kirmessonntag ihren Ausflug zum Kirmestor unternimmt und allen zeigt, dass „Egal wie alt man ist, der Hüftschwung sitzt“. Als rüstige Seniorinnen und Senioren lassen sie es während ihrer Tour so richtig krachen und demonstrieren, dass auch Oldies gut feiern können. In ihren Reihen befindet sich übrigens eine stadtbekannte Persönlichkeit, die seit vielen Jahren das Sagen hat. Und da solch ein Ausflug oftmals anstrengend sein kann, kommt ihnen auf dem Rückweg die Einkehr in einer „Kultgaststätte Gevelsberg“ sehr gelegen.
Die bewegte Geschichte des Waldschlösschens
Nämlich bei Fritz Kartenberg und seiner seiner Lebensgefährtin Susanne Peralta im „Waldschlösschen“. Der Startschuss der Gastronomie fiel vor über 100 Jahren mit Hugo Heimbeck und trug schon damals jenen Namen, der heute immer noch über dem Eingang in der Teichstraße prangt. 1930 verpachtete der Eigentümer die Kneipe an Wilhelm Klüsener, den Opa des heutigen Betreibers. Er war Kneipier durch und durch und stand bis zu seinem Tod 1960 hinter dem Tresen. Seine Frau Emmi machte noch etwa ein Jahr alleine weiter, bis sie die Kneipe an Willi Stiel verpachtete. Ab 1980 gab es verschiedene Pächter, am bekanntesten war der Grieche Costa, den alle nur unter seinem Vornamen kannten und der bis zum Ende der 90er Jahre die Gäste im „Waldschlösschen“ bewirtete.
Ihm folgten Conni und Michael Tsiampalis, die 2004 nicht mehr weitermachen wollten. Für Fritz Kartenberg war dies eine glückliche Fügung, da der gelernte Industriekaufmann im gleichen Jahr seinen Job verloren hatte und es ziemlich schwer war eine neue Stelle zu finden. Da das „Waldschlösschen“ mittlerweile der Familie Kartenberg gehörte, es allerdings keinen Pächter hatte, traf er kurzerhand die Entscheidung, die Kneipe selbst zu übernehmen.
Die Kultkneipe auf dem Kirmeswagen
Eine geschichtsträchtige Gevelsberger Institution, von der man weiß, dass ein jeder willkommen ist. Und genau diese Atmosphäre spiegelt sich in der Wagendarstellung der Kirmesgruppe Dä vam Lusebrink wider. Wie beim Original, so liegt auch hier der Fokus auf dem Thekenbetrieb. Die stets geöffnete Zapfanlage befüllt die Gläser der feierfreudigen Gästen mit alkoholfreiem Bier oder sie bestellen sich ein Softgetränken. An den Tischen herrscht eine ausgelassene Stimmung, Freundschaften werden untereinander geschlossen, man spielt Karten oder überlegt, welchen Song die Jukebox als nächsten spielen sollte. Nicht zu vergessen, dass auch Fußballfreunde im Waldschlösschen am Kicker das Runde ins Eckige platzieren können.



