Sondersitzung: Aussprache verläuft sehr sachlich

Um die Vorkommnisse auf der Jahreshauptversammlung des Gevelsberger Kirmesvereins noch einmal mit Vertretern aller Kirmesgruppen zu erörtern, hatte der Vorstand am Montag in das Vereinsheim der Hippendörfer eingeladen.
Als Moderator der Veranstaltung fungierte der Verfasser dieser Zeilen:
Nach einer kurzen Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Markus Loetz gab er das Wort an den Moderator weiter. Als Einstieg wurde noch einmal verdeutlicht, dass der GKV und die Kirmesgruppen neben dem Vereinsleben auch jedes Jahr ein sehr wichtiger Bestandteil des größten Festes in Gevelsberg sind. Somit stehen alle im Fokus der Gevelsberger Bürgerinnen und Bürger und über die Stadtgrenzen hinaus. Dies beinhaltet dadurch auch eine besondere Verantwortung bei der freien Meinungsäußerung, die sicher wichtig ist.
Social Media ist sicher ein legitimes Mittel der Meinungsäußerung, birgt aber auch Gefahren. Nur zu schnell können hier Beiträge durch Außenstehende, die wenig Einblick in die Sache haben, mit sehr unqualifizierten, beleidigenden und rufschädigenden Äußerungen alles Kommentieren. „Da müssen wir alle gemeinsam vorsichtig sein, wenn wir diese Medien nutzen.“
Um gleich beim Thema zu bleiben: In den sozialen Medien wurde der Interessenkonflikt von Andreas Alexius angeprangert. „Es gibt keinen Interessenskonflikt. Mir liegen die Kirmesgruppen und der GKV sehr am Herzen“, so Alexius. Des Weiteren erläuterte er, dass er dem Vorstand erst kurz vor der JHV zugesagt hatte, dass er, wenn Not „am Mann“ ist, einspringen kann. „Gerne gebe ich die Funktion des Beisitzers wieder ab, wenn sich jemand aus den Kirmesgruppen findet.“ Man sollte dabei auch nie vergessen, dass sich alle in ihrer Freizeit hier engagieren. Es handelt sich hier immer um ein Ehrenamt.
Anschließend erläuterte Markus Loetz noch einmal aus der Sicht des Vorstandes, wie es zu der Entscheidung kam, Marc Baron zur Niederlegung seines Amtes als 2. Vorsitzenden zu bewegen. Dabei machte er deutlich, dass die Vorgehensweise nicht richtig war und sprach hierfür sein Bedauern aus. Sehr sachlich erörterte er die doch über einen längeren Zeitraum immer schwieriger gewordene Zusammenarbeit mit dem 2. Vorsitzenden. Mehr als überrascht war der Vorstand über den Rücktritt des Hammerschmieds.
In den weiteren Redebeiträgen wurde deutlich, dass viele von den Ereignissen überrascht wurden. Hier im Vorfeld schon informiert zu werden, war ein allgemeiner Tenor. Ein Argument: Dann hätten man bereits vor der JHV für vakante Posten in den Gruppen nach Kandidaten fragen können. Allerdings wurde auch angemerkt, dass der Vorstand unermüdlich immer wieder fragt, wer als Praktikant in die Vorstandsarbeit eingearbeitet werden möchte. Die Resonanz war dabei allerdings nicht sehr groß.
Um aber hier in Zukunft transparenter zu werden, soll es bei größeren sich abzeichnenden Ereignissen umgehend ein Treffen der Gruppenvorsitzenden und dem GKV geben.
Dass bei den Vorstandwahlen ein formaler Fehler passiert ist, in dem bei der Wahl des 1. Vorsitzenden keine klare Bekundung eines jeden Einzelnen durch Handzeichen erfolgte, war ebenfalls Thema. Allerdings wurde festgestellt, dass sich auch keiner darüber beschwerte, als die Wiederwahl von Markus Loetz ausgesprochen wurde. Auch dass der BWA überhaupt keine Stimmberechtigung hat, ist so offensichtlich nicht klar gewesen.
Um hier rechtlich wieder ins ruhige Fahrwasser zu kommen, bestimmte die Versammlung den Moderator zum Wahlleiter für eine Probeabstimmung. Durch eindeutiges Handzeichen mit zwei Enthaltungen sprach die Versammlung Markus Loetz als 1. Vorsitzenden bis zur nächsten Monatsversammlung das Vertrauen aus. Somit wird die Tagesordnung für die nächste Monatsversammlung Ende Februar um den Tagesordnungspunkt „Wahl des 1. Vorsitzenden“ ergänzt und an dem Abend die Wahl wiederholt.
Alle sind sich einig, dass bestimmte formale Vorgaben selbstverständlich erfüllt werden müssen, aber auch eine gewisse Lockerheit nicht verloren gehen sollte. Und eins ist auch klar zum Ausdruck gekommen: Der GKV hat zusammen mit den Kirmesgruppen seit Jahrzehnten immer einen engagierten und tatkräftigen Vorstand aus den eigenen Reihen aufstellen können. Das ist im Vereinswesen anderorts nicht immer so.
Als Resümee möchte der Verfasser festhalten, dass die klare und sachliche Aussprache an diesem Abend ohne gegenseitige Schuldzuweisungen zu einem gemeinsamen Konsens geführt hat. Zitat zum Abschluss der Sitzung: „Wir sind eine große Kirmesfamilie.“
