Kirmesfreunde blicken optimistisch in die Zukunft
Wenn sich Herzblut, Tradition und eine Prise gesellige Gemütlichkeit vermischen, dann ist es wieder Zeit für den alljährlichen Gipfel der Kirmesbegeisterten – das Treffen der Städtefreunde. Einmal im Jahr rücken die Städte Haspe, Voerde, Schwelm und Gevelsberg noch enger zusammen – nicht etwa im sportlichen Wettstreit um den schönsten Kirmeswagen, sondern im freundschaftlichen Erfahrungsaustausch.
Am vergangenen Samstag war es wieder so weit: Der Gevelsberger Kirmesverein lud als diesjähriger Gastgeber zum traditionellen Treffen ein. Als Ort für diesen besonderen Austausch hätte die Wahl nicht passender ausfallen können: Man traf sich in der Traditionsgaststätte „Apfelbaum“. Jenem geschichtsträchtigen Haus, das nicht nur für seine Gastlichkeit bekannt ist, sondern auch im Jahr 2018 stolz das Motiv des Gevelsberger Kirmeskrugs zierte.
Hinter der gemütlichen Fassade bei kühlen Getränken und guter Verpflegung steckte jedoch ein ernster Kern. Das Ehrenamt, so schön es auch ist, sieht sich immer wieder mit neuen Steinen konfrontiert, die den Kirmesfreunden in den Weg gelegt werden. Ob bürokratische Auflagen, Sicherheitsbestimmungen oder logistische Herausforderungen – die Probleme ähneln sich über die Stadtgrenzen hinweg.
Doch genau hier liegt die Stärke dieses Netzwerks: Anstatt allein zu grübeln, erarbeitet man gemeinsam Lösungen. Man gibt Tipps weiter, teilt Erfahrungen und bildet eine starke, solidarische Front für den Erhalt der heimischen Kirmestraditionen.
Ein Thema, das im letzten Jahr noch für tiefe Sorgenfalten und hitzige Diskussionen gesorgt hatte, konnte diesmal deutlich entspannter behandelt werden: Der Erlass des Landes NRW zur allgemeinen Betriebserlaubnis für Kirmeswagen. Was im Vorjahr noch wie eine unüberwindbare bürokratische Hürde für die Wagenbauer schien, hat sich durch intensiven Austausch und pragmatische Ansätze ein Stück weit eingependelt.
So war die Stimmung in diesem Jahr im „Apfelbaum“ spürbar gelöster. Man spürte: Die Kirmesfreunde lassen sich nicht unterkriegen. Der Fokus lag wieder mehr auf der Vorfreude und dem eigentlichen Kern der Brauchtumspflege – dem Feiern mit den Bürgern und dem Zusammenhalt in den Vereinen.
In der urigen Atmosphäre der Traditionsgaststätte vergingen die Stunden wie im Flug. Es wurde gelacht, gefachsimpelt und alte Anekdoten wurden aufgefrischt. Am Ende des Abends stand fest: Die Kirmessen in Haspe, Voerde und Gevelsberg sowie das Schwelmer Heimatfest sind weit mehr als nur bloße Volksfeste – sie sind gelebte Identität, getragen von Menschen, die über Stadtgrenzen hinweg freundschaftlich fest verbunden sind.
