The Munsters – schaurig schön

1964 muss in den USA wahrlich eine tolle Woche für alle TV-Junkies des schwarzen Humors gewesen sein. Am 18. September, wurde nämlich die erste Episode von „The Addams Family“ ausgestrahlt, sechs Tage später entstiegen dann „The Munsters“ aus ihren Särgen. Bis heute streitet man sich darüber, wer denn nun eigentlich von beiden den Zuschauern besser das Gruseln lehrt.

Mühle – Familie mit Biss

Für die Kirmesgruppe „Mühlenhämmer“ hingegen ist gewiss, beide Familien hatten in den 70er-Jahren jede Menge Biss. Jahrzehnte später präsentieren sich nun THE MUNSTERS AND THE ADDAMS FAMILY erstmals in Freundschaft vereint. Denn anlässlich des 75. Kirmeszugs werden die einzelnen Charaktere bei der Wagendarstellung der Mühle ihr Unwesen mit den Zuschauern entlang der Zugstrecke treiben. „Man erlebt eine Art schwarzen Humor, der viele Elemente aus beiden TV-Serien beinhaltet, letztendlich aber auch noch genügend Spielraum lässt, um andere schaurig schöne Dinge zu präsentieren“, sagte Tobias Eulenhöfer, der Vorsitzende des einstigen LEGO-Bautrupps.

Viele schaurig gruselige Figuren werden sich in Richtung Kirmestor aufmachen und sogar das eiskalte Händchen, bewegt sich aus eigener Kraft dorthin. Im normalen Leben erfüllt es alltägliche Aufgaben wie das Einholen der Post oder der Zeitung und ist ein Kindheitsfreund von Gomez Addams. Glücklich verheiratet mit Morticia und Vater der beiden „lieben und unschuldigen“ Kinder Pugsley und Wednesday erlebt er in einem nebeligen Kellergewölbe die Auferstehung von Frankensteins Monster. Oder anders formuliert, Herman Munster wird in überdimensionaler Größe zum Leben erweckt.

Gemeinsam mit seiner Frau Lily, Sohnemann Eddie, Nichte Marilyn und Opa Munster, der 378 Jahre alt ist, aus Transsilvanien stammt und einem großen Pinguin ähnelt, residieren sie in einem großen viktorianischen Herrenhaus mit verwildertem Garten, der eine Mischung aus Friedhof und Sumpf ist. Bekanntlich mag man bei solchen Häusern, vor allem wenn Petrus es regnen lässt, nur ungern die Türklingel betätigen. Weiß man doch nie, wer oder was einem die Tür des Schreckens öffnet. Ist es vielleicht Uncle Fester, Lurch oder Granny? Oder sogar Uncle Lester?

Blut in den Adern gefriert

Sicher ist jedoch eins; den schwarzen Humor und das Groteske was diese beiden TV-Serien ausmachte, dass wird von der KG „Mühlenhämmer“ auf die Spitze getrieben und lässt das Blut in den Adern der Kirmeszugbesucher erfrieren. Auch bei der Fußgruppe geht es gruselig zu. Sie vollführen den BISS ZUM ABEND(B)ROT, eine Persiflage auf die berühmte Twilight-Saga. Und dabei wird vor allem der Gevelsberger Kirmeszug selbst eine ganz entscheidende „bissige“ Rolle spielen, wie Sargbewohner Willi Bröking verriet.

Da man in diesem Jahr den sage und schreibe 75. Jubiläumszug feiert, wollte es sich die Mühle-Kids natürlich nicht nehmen lassen, einen ganz besonderen und oftmals „süß schmeckenden“ Glückwunsch in Form eines BUCHSTABEN PUZZLE zu präsentieren. Es ist in Kirmeskreisen unlängst bekannt, dass die Frauengruppe sehr bescheiden, zurückhaltend und unschuldig ist. Bei Veranstaltungen hört man sie nicht und sie halten sich stets im Hintergrund versteckt. So wie man es im Sommer an den MAUERBLÜMCHEN auf dem Bauplatz sieht. Still und leise wachsen diese vor sich hin und bilden letztendlich einem tanzenden bunten Blumenstrauß im Sonnenschein.

Ganz anders ist es da bei Thomas Rummler. Der Einzelgänger der KG „Mühlenhämmer“ hat es faustdick hinter den Ohren. Und man muss in diesem Jahr als Zuschauer echt starke Nerven bei seiner Vorführung haben. Was es dabei zu sehen gibt, könnte vielleicht die Sittenwächter auf den Plan rufen, Denn: ER HAT NUR DIE SCHÜRZE AN…

Ein echter Hingucker bei den alljährlichen Darstellungen der Kirmesgruppe „Mühlenhämmer“ sind die großartigen Treckerfiguren von Michael Laabs. In stundenlanger Schweißarbeit erweckte er das sechs Meter große Familienoberhaupt Herman Munster zum Leben. Lothar Zeps sorgt zudem noch dafür, dass auch das eiskalte Händchen zum Kirmestor huschen kann.

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