Neue Initiative gegen Scherben auf der Kirmes

Gevelsberg. Die Gevelsberger Kirmes geht noch einmal in die Offensive. Nachdem die Anzahl der Scherben, die den Weg über den schrägsten Jahrmarkt Europas pflasterten, nach der Einführung der Aktion „Glas leer? Dann her!“ deutlich zurückgegangen war, hat es im vergangenen Jahr wieder mehr Verletzte gegeben. Nun sollen die Besucher auf zwei mal drei Meter großen Plakaten an zehn Eingängen zur Budenstadt auf das Problem aufmerksam gemacht werden.

„Unsere Kirmes soll sauber bleiben!“, prangt als Überschrift über den Plakaten. „Wir wollen das Problem der Verletzungsgefahr durch Glasscherben wieder mehr in das öffentliche Bewusstsein rücken“, sagte Bürgermeister Claus Jacobi gestern bei der Vorstellung der Plakate bei den Technischen Betrieben. Man hoffe auf die Einsicht der Menschen: „Wir leben in einer Stadt, wo nicht sofort alles mit Sanktionen belegt wird. Wo es möglich ist, wollen wir auf Verbote verzichten.“

So sollen die Kirmesbesucher freiwillig ihre Gläser an Sammelstellen abgeben. Das Leergut wird dort von der Besatzung der Getränkestände wieder abgeholt. Dass dies auch regelmäßig geschieht, dafür sollen zusätzliche Ordnungskräfte sorgen. Sie werden die Besatzung der Getränkestände, die überwiegend von Gevelsberger Vereinen betrieben werden, ansprechen, wenn die Sammelstellen voll sind und die Gäste gezwungen werden, ihre leeren Gläser auf den Boden zu stellen. „Es gibt eine erhöhte Verpflichtung der Stände zur Rückführung“, drückt es Bürgermeister Jacobi aus.

Er sieht aber auch noch ein anderes Problem. Die größte Gefahr in Sachen Glasbruch geht nicht von den Biergläsern der Getränkestände, sondern von den kleinen und größeren Flaschen aus, die die Besucher selbst mit auf das Volksfest bringen. „Das Mitbringen von Getränkeflaschen ist auf unserer Kirmes unerwünscht!“, steht dann auch mahnend auf den Plakaten. „Verbieten können wir das den Erwachsenen nicht“, so Ordnungsamtsleiter Armin Schäfer. Allerdings will das Jugendamt auch verstärkt die Rucksäcke von Kindern und Jugendlichen auf Alkohol hin kontrollieren.

Begleitung für DRK-Helfer

Von der Ordnungsbehörde werden bei den Stoßzeiten der Kirmes etwas 15 Kräfte unterwegs sein. Hinzu kommen der Jugendschutz, die Polizei und die Einsatzkräfte der Feuerwehr. Für das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das im vergangenen Jahr Angriffe auf ihre Freiwilligen anprangerte, werde es spezielle Begleiter geben. Schäfer weist aber daneben auf ein ganz anderes Problem hin, das ihm zunehmend Sorgen bereitet: Die Zahl der Taschen- und Handydiebstähle nimmt auf der Kirmes zu.

Dass man alle Übergriffe vermeiden kann, glaubt Kirmesvereins-Vorsitzender Michael Sichelschmidt trotz der Verschärfung der Sicherheitsmaßnamen nicht: „Das gelingt nirgendwo. Wir wollen aber die Zahl der Probleme so gering wie möglich halten.“ Deshalb appellieren Sichelschmidt und der Bürgermeister auch an die Besucher der Kirmes, selbst aktiv zu werden, wenn sie Vorfälle bemerken. „Man kann auch mit einem guten Benehmen feiern.“

Text: Klaus Bröking | Fotos: Kirmesverein
Unsere Kirmes soll sauber bleiben | Glas leer? Dann her!

 

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