Kirmesmotto 2012: Wann vie use Kiärmis fi'ert sitt alle Völker entegriert

Die Zugleitung

Die Zugleiter im Jahre 2011. Wolfram Hahnebeck, Dietmar Hecker, Wolfgang Käufer, Dirk Henning und Peter Mertens. Es fehlt Winfried Wolf. (Fotos: Kirsten Niesler)

Verantwortung der Zugleitung

Die größte Show des Jahres geht in Gevelsberg jedes Jahr am letzten Sonntag im Juni ab. Die Erwartungen der vielen tausend Besucher an den Kirmeszug ist hoch, die Show muss perfekt sein. Dass dies bei einem so gewaltigen Unternehmen gelingt, dazu tragen die sechs Zugleiter des Kirmesvereins bei.

Wolfgang Käufer, Winfried Wolf, Wolfram Hahnebeck, Dietmar Hecker, Dirk Henning und Peter Mertens sind die Männer, die darauf achten, dass die Kirmeswagen und Show-Acts nicht zu dicht aufeinander folgen, aber auch nicht zu weit auseinander geraten. Denn die Zuschauer sollen immer etwas zu gucken und zu jubeln haben, und andererseits auch die Kirmes- und Gästegruppen genügend Raum, um sich darzustellen. Getreu dem Motto: Kirmesspaß ist für alle!

Fit muss sein

Der Kirmeszug ist für die sechs Herren eine große Fitness-Herausforderung, laufen sie doch so viel hin und her, dass sie die Strecke gut dreimal bewältigen. Einige sprechen von zehnmal, das sind die jüngeren. Jeder Zugleiter ist für den guten Fluss eines bestimmten Teils des Kirmeszuges verantwortlich, etwa von Wagen 1 bis 4 etc. Die Aufteilung geschieht neuerdings im rotierenden System, damit nicht einer immer nur an der Spitze oder nur am Schluss läuft. In Kontakt bleiben die Zugleiter durch ihre Handys. Einige Tage vorher haben sie mit Kreide die Standorte der Kirmeswagen am Startort auf die Straße gemalt. Ist der Zug durch, achten die Zugleiter darauf, dass die Wagen an der Weststraße zur Rückführung aufgestellt werden. Dann aber geht es in Christines Stübchen zu einem ersten Bier seit Beginn des Zuges.

Die Zugleiter sind während des Zuges Hauptansprechpartner für die Kirmesgruppen. Sie beruhigen, spornen an, kümmern sich um Widernisse, sind die starken Felsen in der überschäumenden Brandung des Groß-Events. Besonders am Startplatz der Gruppen ist ihre letztgenannte  Funktion gefragt, denn das Lampenfieber der Kirmesaktiven steigt von Minute zu Minute, bis sie endlich an der Reihe sind und losfahren können. Dann ist alles gut.

Jede Kirmesgruppe hat noch eigene Wagenbegleiter. Diese achten vor allem auf Sicherheit und darauf, dass sich kein Besucher gefährdet, indem er den Wagen zu nahe kommt.

„Wir Zugleiter werden aus Kirmesgruppen mit starken Mitgliederzahlen gewählt. Die kleinen Gruppen sollen personell nicht noch geschwächt werden,“ erklärt Wolfgang Käufer. Wird ein neuer Zugleiter gebraucht, schlagen die Zugleiter dem Vorstand des Kirmesvereins einen Kandidaten ihrer Wahl vor. Es muss ja alles passen.

Um die perfekte Organisation dieses Groß-Events darf manche Großstadt die Gevelsberger beneiden.

 

Wolfgang Käufer (Sprecher)

Wolgang Käufer

Jahrgang 1955, verh., 2 Kinder. Mitglied der KG Pinass Brumse. Zugleiter seit 1996. Wolfgang Käufer ist Sprecher der Zugleitung.

Als Peter Daum ihn 1996 fragte, ob er zur Verstärkung mit in die Zugleitung kommen wolle, gab es bis dahin nur drei Zugleiter, Wolfgang Käufer wurde der vierte.

Als Sprecher der Zugleitung ist Wolfgang Käufer bei den sicherheitsrelevanten Besprechungen von Kirmesvorstand und z. B. Feuerwehr dabei. Er gibt die Telefonlisten mit den Handy-Nummern der sechs Zugleiter an Polizei, Feuerwehr, Stadt etc. weiter und erledigt manche andere Zusatzaufgabe. Während des Zuges ist er in der Nähe der Feuerwehr an der Harfe anzutreffen.

Mit sechs Jahren und damit im Jahre 2011 vor genau 50 Jahren,  wurde ihm seine erste tragende Rolle im Kirmeszug anvertraut: „Ich glaube, ich habe ein Schild getragen.“ Klar, dass später auch sein eigener Nachwuchs die Kindergruppe bereicherte. Viele Jahre gehörte er zur Kirmesgruppe Im Dörnen und achtete als Wagenbegleiter der Gruppe auf Sicherheit, und er war auch einer der schmucken Aechterbieckschen Husaren. Seit einigen Jahren gehört Wolfgang Käufer zur Pinass Brumse. Feuerwehrmann ist Wolfgang Käufer seit 32 Jahren. Er sorgt noch heute bei Großeinsätzen ehrenamtlich für die Verpflegung der Feuerwehrleute. Das kann auch schon mal ein Essen für 240 Leute sein. Eine Gulaschsuppe für 180 Leute ist für ihn kein Problem, und auch nicht, wenn er mitten in der Nacht an die Arbeit gerufen wird. Das gehört für einen Feuerwehrmann dazu.

2007 wurde Wolfgang Käufer in den Rang eines „Ritters von Hopfen und Malz“ erhoben.

Kirmes, persönlich

Wolfgang Käufer überlegt keine Sekunde: „Für mich ist Kirmes das Größte. Ich bin damit groß geworden.“

Wolfram Hahnebeck

Wofram Hahnebeck

Jahrgang 1951, verheiratet, 2 Kinder

Die Kirmes begleitet Wolfram Hahnebeck schon sein Leben lang. Mit zehn bis zwölf Jahren schnupperte er bei der Aechter de Biecke hinein, weil er mit seinen Eltern in der Haßlinghauser Straße und damit ganz in der Nähe wohnte.  Dann schlief sein Kirmesdasein einige Jahre ein, bis er 1977 in die KG Schnellmark eintrat – er wohnte gleich nebenan. Seit 1991 ist Wolfram Hahnebeck ein Hippendörfer. 2008 wurde er zum „Ritter von Hopfen und Malz“ geschlagen.

Seit 1991 gehört Wolfram Hahnebeck zum Team der Zugleiter. Im gleichen Jahr begann er bei der Hagener Straßenbahn als Busfahrer und setzte seine damit neu eröffneten Möglichkeiten gleich im Sinn der guten Sache ein. Bis zu seinem Vorruhestand organisierte er Jahr für Jahr einen Bus für die Rundreise des Bewertungsausschusses und stellte sich selbst dafür - natürlich ehrenamtlich - als Busfahrer zur Verfügung. Seinen meisterlichen Fahrkünsten, die jeder Herausforderung gewachsen waren und auch keine scheuten, wird heute noch Anerkennung gezollt. Wolfram Hahnebeck gehört seit 43 Jahren der Freiwilligen Feuerwehr an. Fast seit Bestehen des Kirmestores helfen er und Zugleiter-Kollege Dirk Henning beim Aufbau mit.

Kirmes, persönlich

Wolfram Hahnebeck: „Kirmes bedeutet mir alles. Ich habe jedes Jahr zur Kirmeszeit Urlaub genommen.“

Dietmar Hecker

Dietmar Hecker

Jahrgang 1963, verheiratet, seit 26 Jahren Mitglied der KG Börkey

Seit 2007 gehört Dietmar Hecker zum  Team der Zugleitung. Davor achtete er zehn Jahre lang als Wagenbegleiter seiner Kirmesgruppe auf Sicherheit im Kirmeszug. Deshalb war es für ihn keine Überlegung sofort zuzustimmen, als ihm die Zugehörigkeit zur Zugleitung angetragen wurde: „Die Arbeit kannte ich ja schon.“ Das Kirmesleben bestimmt bei ihm auch das Familienleben, denn  Ehefrau Marlies gehört zur Frauengruppe der KG  Börkey. Ins Kirmesgeschehen brachte ihn und seine Frau einst ein guter Freund, Jack Timmerbeil.

Kirmes, persönlich
Dietmar Hecker: „Wenn Kirmes ist, ist Gevelsberger Friede. Die Kirmes ist für mich das Highlight des Jahres. Ich freue mich darauf, Freunde wiederzusehen und der Zug macht immer wieder Spaß.“

Dirk Henning

Dirk Henning

Jahrgang 1966, verheiratet, 2 Kinder, seit 2007 in der Zugleitung

„Ich bin schon mit dem Schild 'e. V.' auf die Welt gekommen. Ich bin ein Vereinsmensch und mag Geselligkeit,“ weiß Dirk Henning um seine Vorbestimmung. Schon sein Vater war kirmesaktiv bei den Aechterbieckschen. Dirk Henning ist Jugendtrainer des FSV, und das sehr erfolgreich, und er ist Mitglied der 'Taubenväter'. Die  Mitgliedschaft zur KG Pinass Brumse ließ ihn der damalige Vorsitzende Axel Schramm 1997 in geselliger Runde sehr spät abends, eigentlich schon am Morgen,  im „Papillon“ unterschreiben. In Kneipen lässt sich eben manches erreichen, nicht nur in der Politik. Von 2001 bis 2005 war Dirk Henning Vorsitzender der KG Pinass Brumse, dann zog er sich einige Zeit aus dem Kirmesvereinsleben zurück. Seit 2008 ist er Mitglied der „Mühlenhämmer“. Seine Familie teilt die Liebe zur Kirmes, alle sind aktiv. Wie Wolfram Hahnebeck hilft er fast seit Bestehen des Kirmestores bei dessen Aufbau.

Seinen ersten Einsatz in der Zugleitung im Jahre 2007 wollte der frische Zugleiter gleich schon am Nirgena beenden, doch konnte er dann glücklicherweise doch noch zum Weiterlaufen bewegt werden. „Die Strecke bis dahin bin ich bestimmt zwanzig Mal gelaufen. Keiner machte, was ich wollte. Heute bin ich gelassener“, schmunzelt er bei der Erinnerung. Jeder neue Zugleiter wird ins kalte Wasser geworfen, einen „Doktor-Vater“ gibt es da nicht.

Kirmes, persönlich
Dirk Henning: „Es ist die schönste Zeit im Jahr, die Kirmes ist das Highlight. Schon die Zeit auf dem Bauplatz macht Spaß. Ich habe viele Freunde gefunden, das Miteinander ist gut, das gehört einfach zur Kirmes dazu.“

Peter Mertens

Peter Mertens

Jahrgang 1955, verheiratet, zwei Kinder, seit 1997 Mitglied der KG Börkey.

Peter Mertens ist der dienstjüngste Zugleiter, er ist seit 2010 dabei.

In die Kirmesgruppe kam er durch seine Kinder, denn sie waren in der Kindergruppe. Sie quengelten dann solange, bis  er ebenfalls aktiv wurde. Seine Kinder sind übrigens auch heute noch dabei.

Kirmes, persönlich
Peter Mertens: „Auf die Kirmes freue ich mich das ganze Jahr. Schon die Bauphase in den Gruppen ist schön, mit den vielen dummen, lustigen Sprüchen. In unserer kleinen Gruppe der Zugleiter ist ein gutes Miteinander. Wir treffen uns auch zwischendurch, zum Spießbraten oder zu anderen geselligen Abenden.“

Winfried Wolf

Winfried Wolf

Jahrgang 1939, verheiratet, ein Kind.

Zugleiter seit Beginn der 80er Jahre, Mitglied in der KG Hippendorf

Der dienstälteste Zugleiter kennt noch die Zeit, als es nur zwei Zugleiter gab. Der eine hieß Lutz Hüppop und begleitete den Zug als Beifahrer auf dem Motorrad des DRK. Winfried Wolf als zweiter Zugführer fuhr den Zug mit seinem Moped ab. „Stress ist nur, bis der Zug losgeht. Bis dahin sind alle hektisch. Wir beruhigen dann ein bisschen am Aufstellungsplatz. Wenn der Zug läuft, ist alles kein Problem mehr“, machte Winfried Wolf jedes Jahr die gleiche Erfahrung wie seine Kollegen.

Seit Dezember 2008 wohnen er und Ehefrau Renate 225 Kilometer von Gevelsberg entfernt in Tiefenbach / Rheinland Pfalz. Der Kirmes und der Zugleitung ist er trotzdem treu geblieben. „Wir haben immer so viel Spaß gehabt, die Zusammenkunft mit allen ist schön, mit den Kameraden der Zugleitung und allen anderen.“ Keine Frage, dass er auch 2011 als Zugleiter zu sehen sein wird.

Kirmes, persönlich
Winfried Wolf: „Kirmes bedeutet für mich Freundschaften und Spaß. Die Gevelsberger Kirmes ist etwas ganz Besonderes."