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Kirmesmotto 2012: Wann vie use Kiärmis fi'ert sitt alle Völker entegriert |
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Fritz Sauer: Kirmeskrug-Übergabe am Freitag, 6. Mai 2011, bei der Andreas-Brauerei in Dortmund. Insgesamt der 28. Krug. Meine lieben Kirmesfreundinnen und -freunde; Die erste erfreuliche Nachricht hat unser Freund Werner Fischer ja bereits verkündet: Es gibt auch in diesem Jahr einen Kirmeskrug. Deshalb sind wir ja heute hier. Sehr gern füge ich eine weitere hinzu, und die lautet: Jeder Krug wurde vor der heutigen Überreichung vom TÜV geprüft, als trinkfest befunden und selbst in der zweiten Ebene als äußerst stabil gelobt. Was also bedeutet, dass der Krug bis oben hin mit Andreas-Pils gefüllt und von uns allen gefahrlos geleert werden kann. Selbst mich hat der TÜV-Mann bei seinem Besuch am vergangenen Dienstag unter die Lupe genommen. Offenbar hatte er davon gehört, dass es mir vorbehalten sei, dieses tolle Trinkgefäß der Andreas-Brauerei heute Abend vorzustellen. Also testete er, ob sich bei mir als altem Knacker nicht eine Schraube gelockert haben könnte. War aber nicht der Fall. Selbst meine Schuhsohlen hat er sich angeschaut – die Bereifung war aber ebenfalls in Ordnung. Dass ich extra noch einmal meine Winterstiefel angezogen hatte, hat er freilich nicht bemerkt. Neben den erfreulichen gibt es leider auch schmerzliche Nachrichten. Eine davon ist, dass Werner Fischer heute zum letzten Mal in unserem Kreis als Repräsentant der Andreas-Brauerei unser Gastgeber sein wird. Der gut aussehende Mann im besten Frauenalter und mit der angenehmen Flüsterstimme geht in den Ruhestand. Da sage ich mal: Er wird uns fehlen, er hinterlässt eine große Lücke. Über Jahre hinweg hat Werner Geduld und Ausdauer demonstriert, denn "verkaufen" konnte er bei den Kirmesgruppen ja kaum etwas. Wäre er also nicht gewesen, wäre die Kirmeskrug-Übergabe wohl längst eingestellt worden. Letztlich haben sich seine Geduld und Ausdauer jedoch ausbezahlt, denn die Kirmesgruppen sind nicht nur seine Freunde, sondern inzwischen auch seine Kunden geworden. Ich darf erinnern, dass er erstmals 1997 dabei war. Das war im damaligen Louisiana Garden auf dem Börkey. Da wirkte Werner noch etwas schüchtern und kroch in den Hintergrund, denn mehr zu sagen hatte damals noch sein Chef Heiner Beckmann. Jedoch am 7. Mai 1999 hat er uns dann das erste Mal und danach immer wieder als Gastgeber namens der Andreas-Brauerei begrüßt. Seine Flüsterstimme wurde übrigens von Jahr zu Jahr immer kräftiger. Ich hoffe natürlich, und ich denke, ihr hofft es ebenfalls, dass es auch künftig Andreas-Bierkrüge gibt. An den notwendigen Motiven soll es jedenfalls nicht fehlen. Wünschen würde ich mir, und ich denke, ihr ebenfalls, unser Freund Werner Fischer könnte dann jedes Mal zu den Übergaben eingeladen werden. Denn, wie gesagt: Längst gehört er einfach zu uns! Ich denke, sein Nachfolger Rainer Kettel wird das möglich machen. Die Älteren unter uns haben ja noch Anne Dicke als Andreas-Repräsentantin gekannt. Sie war gleichfalls mehrere Male bei den Kirmeskrug-Übergaben dabei – zuletzt 1995, als wir den Krug, es war der insgesamt 12., zum letzten Mal in der Andreas-Braustube in Hasperbach entgegen genommen haben. Warum ich daran erinnere?: Anne Dicke ist vor wenigen Tagen im Alter von 66 Jahren gestorben. Ihr habt es sicherlich ebenso wie ich in der Zeitung gelesen. Als Gehilfin des Dorfschulzen war sie auch Blaukittelträgerin. Soeben haben wir in einer Gedenkminute des im Alter von 83 Jahren verstorbenen langjährigen Vorsitzenden unseres Kirmesvereins, Hans-Werner Kulling, gedacht. Einige von uns haben heute Mittag an der Trauerfeier in der Kapelle auf dem Friedhof in Berge teilgenommen und sich von ihm verabschiedet. Hans-Werner zählte zu den ältesten Kirmesaktiven. Bereits 1949 hatte er am ersten Gevelsberger Nachkriegs-Kirmeszug teilgenommen, er gehörte schon dem früheren Kirmesausschuss an und wurde 1960 auch in den Vorstand des neu gegründeten Kirmesvereins gewählt. Geschätzt haben wir ihn auch als Stimmungskanone. War er in geselligen Kreisen dabei, griff er zur Gitarre und animierte zum Mitsingen und Schunkeln. So hat er, meistens von Hans-Heinrich Lesker und Dieter Kassel begleitet, auch zum Gelingen einer ganzen Reihe von Kirmeskrug-Übergaben beigetragen. Nicht zuletzt erlebten von ihm getextete, komponierte und gesungene Kirmes- und Heimatlieder wie "Die Glocken von Gevelsberg" bei einem Kirmeskrug-Abend ihre Uraufführung. Vieles gäbe es über sein Engagement und Wirken im Kirmesgeschehen und darüber hinaus noch zu berichten. Jedoch würde das den Rahmen des heutigen Abends sprengen. Deshalb fasse ich zusammen und erlaube mir, zu sagen: Hans-Werner Kulling hat sich um die Kirmes, nicht zuletzt aber auch um unsere Heimatstadt Gevelsberg verdient gemacht! Nun aber zum diesjährigen Kirmeskrug. Es ist der insgesamt 28. Da unsere geliebtes Gevelsberg den 125. Geburtstag feiert, lag es nahe, das Motiv dem Jubiläum anzupassen. Das Geheimnis sei deshalb endlich gelüftet: Abgebildet ist das Rathaus – freilich nicht das aktuelle, das wir alle kennen, sondern das vorherige Gebäude, das von 1899 bis 1968 und damit 69 Jahre lang das Rathaus der Stadt Gevelsberg war. Es stand neben dem heutigen Ratstrakt und wurde abgebrochen, nachdem man den Neubau im April 1968 bezogen hatte. Mit ein paar Sätzen möchte ich mich gern der Historie widmen. Ursprünglich war dieses Rathaus, das zweite in unserer Stadt, eine Rektoratsschule, somit eine Vorgängerin des Städtischen Gymasiums, für das 1903 an der Neustraße ein eigenes Gebäude errichtet wurde. Was viele möglicherweise nicht wissen: Mädchen, vor allem Töchter sogenannter angesehener Gevelsberger Familien, hatten ihre eigene Schule. Diese befand sich auf der anderen Seite der Ennepe, mitten im Komplex des ehemaligen Dampfkraftwerkes an der Nirgenastraße. Da der Rektor der Rektoratsschule zugleich die sogenannte Höhere Töchterschule leitete, war für ihn extra ein Steg über die Ennepe gebaut worden. Nur er durfte diesen begehen . . . Die Erinnerung an diesen Steg bringt mich auf eine Idee, die ich hier und heute gern an unseren Bürgermeister Claus Jacobi sowie ebenfalls an Günter Schwarzmann vom Bauverein weitergegeben hätte: Es wäre nicht schlecht, meine ich, würde es neben dem neuen Verwaltungsgebäude des Bauvereins hinüber zum Erholungspark Ennepebogen wieder eine solche Brücke allein für Fußgänger geben. Leider fehlen beide heute Abend, denke aber, dass sie von dieser Anregung auf irgendeiner Weise dennoch davon Kenntnis erhalten. Die Wasserstraße war bis 1968 lediglich ein besserer Weg und zudem eine Sackgasse. So, wie wir sie mit ihren vier Fahrbahnen kennen, wurde die Straße erst nach der Fertigstellung des neuen Rathauses ausgebaut. Also 1968/69. Die Autofahrer konnten es damals überhaupt nicht begreifen und hatten auch absolut kein Verständnis dafür, dass sie, vom Nirgena kommend, nicht mehr geradeaus auf der Mittelstraße bleiben, sondern eine Schleife über die Wasser-, Garten- und Wittener Straße und damit einen Umweg fahren mussten. Der Volksmund wusste, wer das verbockt hatte, und erfand für den Umweg die Bezeichnung SPD-Schleife – die SPD hatte schon damals die absolute Mehrheit im Stadtparlament. Nun bin ich wieder bei der vorgeschlagenen Brücke: Wenigstens den Fußgängern sollte eine Schleife zum Ennepebogen erspart und deshalb ein direkter Zugang ermöglicht werden. Das Gebäude auf dem neuen Bierkrug war für unsere Ahnen übrigens das "rote Rathaus". Nicht, weil die Mehrheit der Politiker rot dachte, sondern wegen der roten Ziegel. Diese wurden dann später gelb-bräunlich übertüncht. - - Das "rote Rathaus" in Gevelsberg soll übrigens Vorbild für das "rote Rathaus" in unserer Hauptstadt Berlin gewesen sein . . . Nur die älteren unter uns wissen, dass die Dielen im Treppenhaus, auf den Fluren und in den Büros beim Betreten quietschten und mindestens jeden Monat mit Altöl getränkt wurden. Das roch, um nicht zu sagen stank fürchterlich. Einwände von umweltbewussten Bürgern gab es übrigens nicht - - "grüne" Politiker waren noch nicht geboren. Der erste Bürgermeister unserer Stadt ab 1886 hieß Fritz Knippschild, er war dann auch ab 1899 der erste Dienstherr im neuen Verwaltungsgebäude. Vor dem Abbruch 1968 hatten dort zuletzt Bürgermeister Helmut vom Schemm und Stadtdirektor Erich Blumenroth, beide Kirmesfreunde, ihre Dienstzimmer. Zwischen beiden saß die Sekretärin Irmgard Menkel – die eigentliche "Herrin im Hause" . . . Für Päulken Kohlhage, nach Gründung des Kirmesvereins im Jahr 1960 bekanntlich unser Kassierer, war kein Platz in dem Altgebäude. Als Leiter des Ordnungs- und Steueramtes hatte der Oberinspektor sein Büro in einem externen noch älteren Gebäude. Hast du, Hans-Heinrich Lesker, auch noch im ehemaligen Rathaus gearbeitet? Das Stadtparlament musste damals wegen Platzmangels auswärts tagen. Selbst in Gaststätten, vor allem im Alten Postwagen, fanden Sitzungen statt. Da gab´s sogar Andreas-Pils und bei besonderen Anlässen auch eine Runde Schnaps. Vielleicht lag es daran, dass zuweilen bessere Beschlüsse gefasst wurden als das heute der Fall ist. Nur einen einzigen Beweis möchte ich dafür liefern: Das damalige Stadtparlament bewilligte in jedem Jahr einen stattlichen Zuschuss für den Gevelsberger Kirmeszug. Es war auch üblich, dass der Kirmesausschuss, also die "Macher" in den vorderen Reihen, vor jeder Kirmes im Büro des Bürgermeisters oder des Stadtdirektors empfangen wurde. So, liebe Kirmesfreundinnen und Kirmesfreunde, das soll es gewesen sein. Komme ich deshalb zum Finale: Unserer Gevelsberger Kirmes, aber auch unserem Freund Werner Fischer mit den besten Wünschen für seine Zukunft ein dreifaches und besonders kräftiges Rupp di tupp. Ich danke euch für die Aufmerksamkeit. |
17.05.2012 19:11
Bauplatz wird zum DschungelcampHippendorf will Sterne sammeln Kat: Aus den Gruppen
13.05.2012 12:35
Geselliger Abend zur Premiere des Andreas-Kirmeskrugs 2012Gute Nachricht: Hammerschmied hält sich aufrecht Kat: Kirmes allgemein
05.05.2012 18:13
Am Tag, als der Regen kamKG Börkey und KG Im Dörnen packen's an Kat: Aus den Gruppen
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