Kampagne „Glas leer? Dann her!“ auf Gevelsberger Kirmes

Stadt, Kirmesverein und Feuerwehr werben für Kampagne „Glas leer? Dann her?“. Maßnahmen für Sicherheit auf dem Fest geplant.

Nur noch einmal schlafen, dann beginnen die tollen Tage im Dorf. Die Gevelsberger Kirmes ist ein Fest für die Familie, ein Treffpunkt und eine Veranstaltung mit hoher Qualität, wie Bürgermeister Claus Jacobi betont. Und damit das auch so bleibt, appellieren Stadt, Kirmesverein und Feuerwehr an die Vernunft der Kirmesbesucher und bitten um einen sorgsamen Umgang mit den Trinkgläsern.

Glas und Menschenmassen ist aus Sicht der Feuerwehr eine Kombination, die nicht zusammen passt, wenn es um das Thema Sicherheit geht. Eigentlich. Seit es die Kampagne „Glas leer? dann her!“ gibt, sieht das Stadtbrandmeister Rüdiger Schäfer etwas anders. „Wenn das so bleibt und sich die Leute daran halten, dann haben wir in Gevelsberg einen guten Weg gefunden.“

Fast das Aus für das Bierglas

Fast hätte es das Aus für das Bierglas gegeben. In einem letzten Versuch wurde die Kampagne ins Leben gerufen. Meistens mit Erfolg, nur vor zwei Jahren habe sich der Glasbruch wieder gehäuft, 2016 sei alles wieder unkritisch gewesen. Darauf hoffen alle Beteiligten auch bei der aktuellen Kirmes und haben wieder zahlreiche Vorkehrungen getroffen.

An den Eingängen zur Kirmes gibt es Infoplakate, dazu gibt es insgesamt 30 Glas-Sammelstellen, die über die Kirmes verteilt sind. Sie werden von Standbetreibern kontrolliert und regelmäßig frei geräumt, damit immer genügend Platz für leere Gläser ist. Um diese Stände auch ordnungsbehördlich in die Pflicht zu nehmen, ist für jede Sammelstelle ein Verantwortlicher benannt worden. Wenn es zu wiederholten Problemen kommt, kann sogar die Konzession entzogen werden. Aber auch die Besucher sollen sich an die Spielregeln halten.

Soziale Kontrolle

Claus Jacobi setzt vor allem auf die soziale Kontrolle. „Wenn Sie jemanden sehen, der nicht fachgerecht mit den Gläsern umgeht, sprechen Sie ihn an.“ Der Bürgermeister hofft auf gegenseitige Rücksichtnahme und macht deutlich, dass bei zu viel Glasbruch, das Plastikglas droht.

„Es funktioniert nur so lange, wie alle mitmachen“, betont Kirmesvereinsvorsitzender Michael Sichelschmidt. Wenn das nicht der Fall sei, würde das alles ändern. Die Getränke würden als Folge nur noch aus Plastikbechern ausgeschenkt, das sei nicht nur weniger schmackhaft, sondern auch teurer. 1,30 Euro für ein 0,2-Liter Glas würde nicht mehr möglich sein.

Er skizziert ein düsteres Szenario: Steigende Preise würden dafür sorgen, dass sich der Familienfestcharakter der Kirmes verändere. Das sei ein schleichender Prozess. „Und wenn das erst einmal angelaufen ist, kriegt man den Hebel nicht mehr umgelegt“, sagt Sichelschmidt und verweist auf viele Volksfeste, die an Besucherschwund leiden. Was die Gevelsberger Kirmes auszeichne, sei das hohe Engagement der Menschen, die enorme Qualität der Gruppen bei den Kirmeszugbeiträgen. Und zu einem guten Niveau gehöre auch das Trinken aus einem Glas, betont Claus Jacobi.

Keine Flip Flops

„Zu Hause würde man einem Gast ja auch keinen Plastikbecher auf den Tisch stellen.“ Und es sei absurd „wenn man anstelle eines funktionierenden Mehrwegglassystem Plastikbecher einführe.“ Jedem sei frei gestellt, ob er aus Glas oder Plastik trinke, schließlich werde beides auf der Kirmes angeboten, wichtig sei aber, dass diese nicht verschwinden. „Wenn schon kein Pfand erhoben wird, dann dürfen die Vereine und Gruppen nicht draufzahlen müssen, um die fehlenden Gläser zu ersetzen“, erklärt Sichelschmidt.

Einen Hinweis gibt es noch auf den Weg, falls nämlich doch mal ein Glas zu Bruch geht: „Flip Flops und offene Sandalen sind auf jeden Fall nicht die richtige Fußbekleidung für die Kirmes.“ Die Füße der Blaukittelträger sind jedenfalls bestens geschützt. Mit ihren dicken Holzklotschen.

Text: Carmen Thomaschewski

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